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St. Franziskus ist eine katholische Kirche in der Franziskusstraße 18 im Ortsteil Bismarck.

Geschichte Bearbeiten

Die Pfarrgemeinde St. Franziskus liegt größtenteils in der alten Braubauer­schaft. Kirchlich gesehen gehört Braubauerschaft-Bismarck ursprünglich nach Watten­scheid, der „Urpfarrei" südlich der Emscher. Am 4. September 1890 wird das Ge­biet durch den Bischof von Paderborn nach Gelsenkirchen umgepfarrt und am 30. September selbständige Pfarrei (erst am 8. März 1891 publiziert und damit rechtskräftig). Im Jahre 1902 werden alle Gemeinden der Stadt Gelsenkirchen vom Dekanat Wattenscheid abgetrennt und bilden mit Niederwenigern, Blankenstein und Hattingen das „Landdekanat Gelsenkirchen". Der erste Landdechant dieses ausgedehnten Bezirks wird Pfarrer Maas von der Propsteikirche St. Augustinus. Der Gottesdienst in der Braubauerschaft hat alte Vorläufer. So wird eine „An­toniusklause“ an einem Emscherübergang, der „Hohen Schemen“, erwähnt. Antonius Abbas ist der eigentliche Bauernheilige; er führt das Schwein als Attri­but („Swinetüns“). Der Kotten Klüsener, dessen Name in diesem Zusammen­hang kein Zufall ist, übernimmt die Versorgung der Kluse und des Klausners. Von „Antoniusschweinen“ ist die Rede und vom „Tönnesgeld“, mit dem später die alten Verpflichtungen abgegolten wurden. In der Bauernschaft Resse und Vogelsang bei Horst gibt es am Rande des Emscherbruches „Tönnieskotten“. In der Kapelle des Schlosses Grimberg gibt es ab 1746 einen katholischen Got­tesdienst. Die Kapelle selbst steht seit 1908 beim Schlosse zu Herten nördlich der Emscher. Wie in den anderen Außenbezirken der Stadt, so brachte der Einzug der Indu­strie auch in Braubauerschaft/Bismarck mit seinem Strukturwandel die Not­wendigkeit intensiverer Pastoral „vor Ort“. Im Jahre 1890 wird Vikar von Haehling mit der Seelsorge beauftragt. Am 26. November 1890 feiert er in der Notkirche auf dem Gelände des Ahlmannshofes einen ersten Gottesdienst. Schließlich wird am 8. März 1891 St. Franziskus zur selbständigen Pfarrgemein­de erhoben. Erster Pfarrer ist Friedrich Beyer; er bleibt bis 1904 im Amt. Die Konsekration der neuen, großen Pfarrkirche hat er nicht mehr erlebt. Das Gotteshaus zwischen Bismarckstraße, Theodorstraße und Franziskusstraße, ein in der Nachfolge der „Kölner Richtung“ konzipierter neugotischer Bau, wohlpropor­tioniert und — vor allem am Turm — plastisch gegliedert, wird nach Plänen des Gelsenkirchener Architekten M. J. Scherer von der Baufirma A. Weinrich aus Bochum-Weitmar errichtet. Die Baukosten betrugen 250 000 Mark; das Grund­stück für Kirche und Pfarrhaus war von dem Gutsbesitzer Theodor Große Laar (Theodorstraße) zum Preise von 7 500 Mark erworben worden. Der Paderbor­ner Bischof Schneider konsekrierte die Kirche am 10. Oktober 1904. Im Grab des Hochaltares befinden sich Reliquien des heiligen Eoban, eines Gefährten des heiligen Bonifatius. Der heilige Adalarius (Adalar), dessen Reliquien sich ebenfalls im Hochaltar befinden, mit Eoban Gefährte des Bonifatius begleitete diesen auf der letzten Missionsreise nach Friesland. Im Zweiten Weltkrieg wird die Kirche am 5. November 1943 durch Brandbom­ben zerstört. Unmittelbar nach Kriegsende beginnt der Wiederaufbau. Dieser und spätere Umgestaltungen bringen wesentliche Änderungen. Das zerstörte Kreuzrippengewölbe wird durch eine flache Kassettendecke ersetzt, der Chor­schluß aus fünf Seiten eines Achtecks wird durch eine gerade Wand vom Vor­chorjoch abgetrennt. Da die Seitenschiffe nur wenig niedriger als das Mittel­schiff sind, ist der Hallencharakter der Kirche durchaus gewahrt. Der neue Hochaltar wurde im Zuge der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils nach vorn gerückt.

Ausstattung Bearbeiten

Die Kirche besitzt einige wesentliche Ausstattungsstücke: das Kruzifix vor der Rückwand aus der Zeit um 1700, eine bedeutende und vorbildlich restaurierte Sitzmadonna in Verbindung mit einem Reliquiar, um 1500 in Südfrankreich entstanden (wurde im Pariser Kunsthandel erworben). Gewissermaßen als mo­dernes Gegenstück wirkt der Tabernakel mit der Geisttaube, der von dem im Halfmannshof ansässigen Künstler Heiner Kruthoff geschaffen wurde. Erwäh­nenswert ist auch der von Hildegard Bienen geschaffene Osterleuchter. Einige vorbildliche Holzplastiken — so der Kreuzweg — aus neuerer Zeit sind ebenfalls zu nennen. Die Kirche hat eine Nord-Süd-Achse und fünf Joche. An der Turmseite finden sich zwei Kapellen, ebenso am nördlichen Abschluß des Langhauses.


Die Kirche steht seit dem 23. August 1993 auf der Denkmalliste.

Pfarrer Bearbeiten

  • Friedrich Beyer (1891-1904)
  • Egon Stein­hoff (1904-1944)
  • Josef Eickhoff (1945-1950)
  • Ignaz Benthaus (1951-1970)
  • Rudolf Wehr (1970-1978)
  • Hans Sotmann (1978-

Quelle Bearbeiten

Kirchen gaben der Stadt den Namen - Katholisches Stadtsekretariat Gelsenkirchen - 1986

Weblinks Bearbeiten

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