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St. Elisabeth ist eine Katholische Kirche im Ortsteil Heßler.

VorgeschichteBearbeiten

Bereits um das Jahr 1000 besaß das seinerzeitige "Gelstenkerken" bzw. "Geilistirinkirkin" eine kleine Ortskirche, die dem Hl. Georg geweiht war. Sie stand Am Rundhöfchen, das die Kirche wie ein Schutzwall umgab. Nach der Reformation kam es im Jahre 1615 auch zur Glaubensspaltung in der St. Georgspfarrei. Etwa 1000 Gläubige bekannten sich damals zur Lutherischen Kirche, ca. 500 Gemeindemitglieder, darunter die Herren von Asbeck auf Haus Goor in Heßler, blieben katholisch. Nachdem sich die Glaubensspaltung im Jahre 1631 endgültig verfestigt hatte, nahmen die Protestanten die Georgskirche in ihren Besitz. Doch auch die Katholiken des gesamten Kirchspiels konnten weiterhin dort ihre hl. Messe feiern. Das war so bis zum Jahre 1843. Das über 200 Jahre bestandene Simultaneum wurde aufgelöst, denn in diesem Jahre erbaute man unweit der Georgskirche seitens der katholischen Gemeinde eine dem hl. Augustinus geweihte Kirche, deren Weihe am 3. Oktober 1845 erfolgte. Der Einzug der Industrie und die geradezu sprunghafte Zunahme der Bevölkerung ließen das Gotteshaus alsbald zu klein werden, und so wurde am 21. Mai 1874 der Grundstein zum neuen und jetzigen Bau der Augustinus-Kirche gelegt. Dauerte bis in die Mitte der Siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts die Zugehörigkeit der Katholiken Heßlers zur Pfarrgemeinde Gelsenkirchen, so verkürzte sich der Kirchgang der Heßleraner ab ungefähr dieser Zeit. In Schalke hatte man nämlich inzwischen eine geräumige Kapelle erbaut, die auch von den Heßleranern zu den Gottesdiensten aufgesucht wurde. Durch die Bevölkerungszunahme erwies sich jedoch auch diese Kapelle nach einigen Jahren als zu klein. Am 19. März 1888 konnte dann endlich in einer neu erstellten St.-Josefs-Kirche der 1. Gottesdienst gefeiert werden. Schließlich wurde am 8. März 1891 die Pfarrei Schalke von der Augustinus-Pfarrei Gelsenkirchen losgelöst und damit selbständige Pfarrei, wozu nun auch die Katholiken Heßlers offiziell zählten.


Am 10. Oktober 1892 beschloß der Schalker Kirchenvorstand den Weiterbau der noch nicht komplett fertiggestellten Schalker St.-Josefs-Kirche mit Kirchbauplänen auch für Heßler und der Feldmark. 1894 endstand ein Kirchbauverein für Heßler und West-Schalke (Feldmark). Nach der Gründung des Kirchbauvereins dauerte es aber noch sieben Jahre, bis aus den Bauplänen des Architekten Franz Lohmann aus Recklinghausen ein eigenes Gotteshaus in Heßler Wirklichkeit wurde.

Geschichte Bearbeiten

Am 4. Mai 1901 erfolgte schließlich die Grundsteinlegung an der heutigen Holtgrawenstraße, am 4. Dezember 1901 fand die kirchliche Einweihung im neugotischen Stil statt, die den Namen St. Mariä Himmelfahrt trug. Von der Größe her reichte sie nur vom Chorraum bis etwa zu den heutigen Seiteneingängen. Sie umschloß also die Vierung, in der sich heute der Altarraum befindet. Zum ersten Seelsorger der neuen Gemeinde ernannte die Bischöfliche Behörde in Paderborn den Schalker Vikar Wilhelm Siebers, der als Pfarrvikar eingesetzt wurde, denn Heßler war ja als Filialgemeinde immer noch der Mutterkirche St. Josef in Schalke zugehörig. Nach der Erstellung der Kirche galt es, den Kircheninnenraum mit dem noch fehlenden, aber notwendigen Bodenbelag, den Bänken und einer kleinen Orgel auszustatten.

Zum neuen Pfarrvikar in Heßler wurde Johannes Schwan ernannt, der am 3. Dezember 1916 in seine Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt eingeführt wurde.

Am 24. Juli 1921 wurde die Bischöfliche Urkunde über die „Errichtung der Filialgemeinde Heßler zur selbständigen Pfarrei“ verlesen. Mit Wirkung vom 4. November 1921 wurde Johannes Schwan zum ersten Pfarrer der St.-Mariä-Himmelfahrt-Gemeinde ernannt. Unter der Leitung Johannes Schwans entstand 1924 an der Nordseite der Kirche das erste Pfarrhaus. 1922 ging das Wohnhaus an der Holtgrawenstraße 22 als pfarreigenes Schwesternhaus in den Besitz der Gemeinde. Am 5. Oktober 1924 zogen hier die Josephsschwestern ein. Da das inzwischen viel zu kleine Gotteshaus die Gottesdienstbesucher kaum fassen konnte, befaßte sich der Pfarrer am 30. Januar 1927 in den Predigten aller hl. Messen mit dem Thema: „Dringend notwendiger Ausbau der Kirche“. Der Kirchbauverein begann mit regelmäßigen Sammlungen. Am 4. Mai 1931 wurde mit dem Erweiterungsbau der Kirche begonnen. Die feierliche Grundsteinlegung fand am 14. Juni 1931 unter Anwesenheit des Propstes Dechant Preising statt. Während der Bauphase konnten am 27. September 1931 die 4 Glocken geweiht werden, und am 8. Dezember erhielt die nun um das Langhaus erweiterte, geräumige Kirche ihre Benediktion. An diesem Tag bekam zudem die katholische Kirche in Heßler ihren jetzigen Namen: St.-Elisabeth-Kirche. Anstoß zu dieser Namensänderung war der 700. Todestag der heiligen Elisabeth von Thüringen (17. November 1231). Die Konsekration wurde am 7. Mai 1933 durch den Paderborner Weihbischof Augustinus Baumann vorgenommen.

Mit der am 24. Februar 1935 vollzogenen Einweihung einer Mietorgel (10 Register) von der Firma Breil in Dorsten wurde die inzwischen unbrauchbar gewordene erste Orgel abgelöst. Im Frühjahr 1937 verließ Pfarrer Schwan die Gemeinde, in der er über 20 Jahre gewirkt hatte. Caspar Klein, Erzbischof von Paderborn, ernannte zum Nachfolger Meinolf Niggemeyer. Die feierliche Einführung des neuen Pfarrers nahm am 2. Mai 1937 der Propst und Dechant Preising vor.

Durch Fliegerbomben erlitt die Kirche 1942 ihre erste Teilzerstörung. In den Folgejahren bis zum Ende des 2. Weltkrieges folgten weitere größere Zerstörungen der Kirche und der kircheneigenen Gebäude. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges im Mai 1945 begannen die Wiederaufbauarbeiten an der Kirche, dem Pfarrhaus und dem Schwesternhaus. Nach 13-monatiger Unterbrechung war dann am 21. Oktober 1945 zum ersten Male wieder Gottesdienst in der Kirche. Allerdings fehlte noch in den Fenstern die Verglasung, ein größerer Teil des Daches war offen, und der Altar stand wegen der noch nicht nutzbaren Apsis unter der Orgelbühne.

Im Sommer 1950 kaufte die Pfarrgemeinde als Ersatz für die stark beschädigte Mietorgel eine größere Orgel, die bis dahin in der Kirchengemeinde in Dortmund-Wickede genutzt worden war. Die Kirchenfenster des Chores wurden im August 1952 angeschafft. Vier neue Glocken konnten am 26. September 1954 eingeweiht werden. Die alte Interimsorgel hatte am 10. Mai 1965 ausgedient. Die Firma Stockmann aus Werl baute die Orgel ab und lieferte eine neue Orgel mit zunächst 11 Registern, die im Februar 1969 auf 26 Register aufgestockt wurde. Der Hochaltar, der bereits im Zuge der Nachkriegsrenovierung in seinen Aufbauten auf ein Mindestmaß eingeschränkt worden war, wurde im Jahre 1969 endgültig entfernt. Bei den Abbrucharbeiten konnte der alte Grundstein von 1901 in der Apsismauer freigelegt werden. Im Apsisbereich befindet sich heute das Taufbecken, das 1978 zusammen mit der großen Tabernakel-Blockstele und der Ostersäule (alle drei aus römischem Travertinstein) aufgestellt wurde.


Weblinks Bearbeiten

Quelle Bearbeiten

Homepage der St. Elisabeth Gemeinde