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Bis zum Umzug in die neuen Gebäude am Nollenpad (Theodor-Heuss Realschule) Mitte der 50er Jahre platzte die Realschule an der Röckstraße aus allen Nähten. Es gab bis dahin wechselweise (Mädchen/Jungen) vormittags- und nachmittags Unterricht.n von Realschule für Jungen an der Röckstraße Direktor war Franz Surmann, genannt der "lange Franz", katholisch und ehemals Major der Wehrmacht (zu dieser Zeit aber immer noch Major der örtlichen Schützengarde) mit angsteinflößender Erscheinung und Stimmkraft, sein Stellvertreter wegen des Proporzes Presbyter Adolf Sobottka, nur leicht rötlich kranzbehaart und starkt sommerbesprosst. Dann gab es Karl (Charly) Burmester, Karl Nickel, der akribisch den katholischen Frühmesse-Schwänzern nachspürte, Herrn Borgardt, ein sanfter Mensch, der gegenüber der Schule und gegen Abend auch im benachbarten "Lindenhof" und bei "Schuhmacher" wohnte. Dann gab es noch Herrn Fünderich (Papa Fü), der so zu sagen in sich selbst ruhte, Herrn Selm, einen temperamentvollen kleinen Mann, Herrn Hollmann (Holli), der so sanft sprach, dass man ihn in den hinteren Bänken kaum verstehen konnte, und den Ostpreußen Stuhlemmer (jiep mir das klappärding, ich will dir äins klappärn). Dann war da noch der Werklehrer Phillip Fahl, der fortwährend, damals schon sehr weitsichtig, vor der "gelben Gefahr" warnte, und Herrn Feuerstein (Fööhre), der im Erdkundeunterricht beim Abfragen bevorzugt von Fööhrenwäldern und in China von den großen Löösgebieten am Jangtse (die Ö´s bitte wie in Mörder) hören wollte. Nicht zu vergessen den Musiklehrer Schaub, der aussah wie ein Impresario und im Allgemeinen über den irdischen Dingen schwebte. Die jüngeren Lehrer waren Wolfgang Meyer (er hatte ein Beinleiden) und Heinrich Meya, später Prof.Dr. und Oberstadtdirektor, die sich beide wohltuend von der alten Garde abhoben und niemals zu körperlichen Züchtigungen gegriffen haben. Und dann gab es da noch eine völlig unbekannte Deutsche Vergangenheit, einen riesigen weissen Fleck auf tiefbraunem Untergrund.