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Datei:Liebfrauenkirche Neustadt 1907.JPG

Die Liebfrauenkirche ist eine katholische Pfarrkirche in der Neustadt.

Vorgeschichte Bearbeiten

Die Liebfrauenkirche steht an der Stolzestraße. Heute ist die Bebauung durchgängig. Vor etwa hundert Jahren jedoch stand an dem grob gepflasterten Weg zwischen Hans-Sachs-Haus und der heutigen Bahnhofstraße kein einziges Haus. Diese Freizone und die Trasse der Eisenbahn bildeten ein tren­nendes Element. Was dahinter lag, war die Neustadt. Auf dem Wiehagen war es denn wo 1840 Ludwig von Oven Steinkohle fand. Er war einheimisch, und sein Haus, ein Unterhof des „Brockhofes", der zum Stift Essen gehörte, stand an der heutigen Hauptstraße 13. Erst William Thomas Mulvany tut am 7. März 1855 den Ersten Spaten­stich zur Niederbringung eines Schachtes. Erste Kohle wird 1858 gefördert. Die meisten Anteilseigner des neuen Unternehmens sind Iren, und seit dem 4. Okto­ber 1857 heißt die Zeche dann auch Zeche Hibernia. Mit den Zechen kommen die Men­schen. Wo aber Menschen sind, darf die Kirche nicht fehlen. Wohl spät genug, aber immerhin seit dem 15. Juni 1888 existiert eine eigene Gottesdienststation Ein „Filialgeistlicher" der Propsteikirche St. Augustinus ist um diese Zeit bereits in der Neustadt tätig. Dem Drängen nach Abpfarrung wurde im September 1891 stattgegeben. Aus unerfindlichen Gründen wird die entsprechende Urkunde aber erst ein Jahr spä­ter (8. April 1894) rechtskräftig. Der schnelle Strukturwandel wird auch darin sichtbar, daß bereits am 22. Oktober 1894 das Pfarrgebiet durch Umpfarrung des Haus Leithe, das zu St. Gertrud nach Wattenscheid gehört, vergrößert wird. Am 23. September 1899 werden gegenüber der Wattenscheider Pfarre nochmals die Grenzen verändert. Die Kirche selbst wird ab 1894 gebaut. Am 15. Juni 1896, knapp zwei Jahre spä­ter, wird sie durch den Paderborner Weihbischof Augustinus Gockel konsekriert.

Ausstattung Bearbeiten

Architekt der Kirche war Ludwig von Fisenne aus Gelsenkirchen. Der Bau zeigt sich als romanische Basilika des gebun­denen Systems, bei dem das Quadrat die grundlegende Maßeinheit der ganzen Gewölbebasilika darstellt. Obwohl der Grundriß der Kirche sich an dem lateini­schen Kreuz orientiert, treten die Enden der Querschiffe nicht über die Seiten­schiffe hinaus. Die polygonale Apsis ist mit den drei Seiten des Achtecks ge­schlossen. Das imposante Westwerk beeindruckt durch seine zwei Türme und die reiche, dem Formenapparat der Hochromanik nachempfundene Gliede­rung, bei der Horizontalgesimse das Gebilde stockwerkartig einteilen, und mit Rundbogenfriesen, Säulen und Vorlagen, nicht zuletzt auch durch die Portalzo­ne und die darüberliegenden achtteiligen Rundfenster. Das Innere der Kirche zeigt wesentlich das Ergebnis der letzten Restaurierung aus dem Jahre 1983. Als Restaurator wirkte Christian Machaczek aus Ratibor. Angesichts der hier wie in manchen anderen Kirchen auch originaler Romanik zu beobachtenden Dunkelheit im Inneren dominiert jetzt eine helle Farbgebung. Bei den Arbeiten trat an dem das Vorchorjoch abschließenden durchgezogenen Bogen eine Malerei aus der Erbauungszeit zutage. Diese stammt von dem Maler Heinrich Nüttgens, Angermund, der im Jahre 1904 hier tätig war. Sie wurde in die Restaurierung einbezogen und zeigt an der Nordseite Swidbert als einen frü­hen Glaubensboten zwischen Ruhr und Lippe und an der Südseite den heiligen Georg als Patron der ersten Kirche zu Gelsenkirchen auf dem heutigen Rund­höfchen. Die alten Pfeilerplastiken zieren heute die Wände; die Fenster, die der Gelsenkirchener W. Klocke entworfen hat, zeigen Heilige mit heimischem Be­zug. Im Ostchor findet sich noch der untere Teil des alten Hochaltares nach einem Entwurf von Fisenne, desgleichen ein kleinerer in dem nördlichen Neben­chor. An den östlichen Enden der Seitenschiffe befinden sich je zwei Beicht­kapellen: Insgesamt zwei der alten Beichtstühle werden noch verwendet. Auf der Westempore steht die Orgel, ein Werk der Firma Stockmann in Werl aus dem Jahre 1966. In der Südwestecke der Kirche wurde das Ziffernblatt der alten Turmuhr angebracht. Unbedingt zu erwähnen ist auch der Taufbrunnen im Westteil des Gotteshauses. Die alten Seiteneingänge der Kirche sind geöffnet. In dem Sepulcrum des (alten) Hochaltars sind Reliquien der Märtyrer Hilarius und Innocentia beigesetzt.

Die Kirche steht seit dem 5. Sepiember 1986 auf der Denkmalliste.

Pfarrer Bearbeiten

  • August Hirschmann (1892 bis 1911)
  • Hermann Löher (1911 bis 1939)
  • Josef Steinau (1940 bis 1966).
  • Walter Ahle 1966

Quelle Bearbeiten

Kirchen gaben der Stadt den Namen - Katholisches Stadtsekretariat Gelsenkirchen - 1986

Weblinks Bearbeiten

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