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Karl Schwesig (* 19. Juni 1898 in Gelsenkirchen; † 11. Juni 1955 in Düsseldorf) war ein deutscher Maler.

Leben Bearbeiten

Schwesig war der Sohn eines ins Ruhrgebiet eingewanderten polnischen Bergmanns. Durch Mangelkrankheiten in der Kindheit erlitt er eine Rückgratverkrümmung und erreichte nur eine Körpergröße von 1 Meter 39. Während des Ersten Weltkrieges wurde er beim Militär als Schreiber eingesetzt. 1918 ging er nach Düsseldorf. Während des Nationalsozialismus wurde er verfolgt und mehrfach inhaftiert. 1946 heiratete er Hannelore Müller, mit der er drei Kinder hatte.

Künstlerischer Werdegang Bearbeiten

1918 bis 1920 besuchte Schwesig die Kunstakademie Düsseldorf. Er schloss sich dem Kreis um Johanna Ey an und war besonders mit Gert Wollheim befreundet. Mit der Künstlergemeinschaft Junges Rheinland stellte er erstmals 1921 in der Düsseldorfer Kunsthalle aus. Zusammen mit Wollheim und Peter Ludwigs gab Schwesig die Zeitschrift Die Peitsche heraus, die sich mit satirischen Zeichnungen gegen Klassenjustiz und Militarismus wandte. 1924 nahm er an der von Wollheim in der Kunsthalle veranstalteten "proletarischen" Ausstellung Der Kampf teil. 1928 gehörte Schwesig zu den Gründern der Rheinische Sezession. Er war Mitglied der Düsseldorfer Ortsgruppe der Assoziation revolutionärer bildender Künstler/ Asso.

Zeit des Nationalsozialismus Bearbeiten

Nach dem Reichstagsbrand beteiligte sich Schwesig an der Herstellung und Verbreitung von Flugblättern und gewährte Verfolgten Unterschlupf. Im Juli 1933 wurde er von der SA verschleppt und gefoltert und anschließend wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu 16 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner Entlassung schuf Schwesig einen 48 Zeichnungen umfassenden Zyklus „Schlegelkeller“, der in Brüssel, Amsterdam und Moskau ausgestellt wurde. Nach Internierungen in Antwerpen und Südfrankreich verbrachte ihn die SS zurück nach Deutschland, wo er wiederum mehrfach inhaftiert war.

Nachkriegszeit Bearbeiten

1945 kehrte Karl Schwesig nach Düsseldorf zurück und beteiligte sich am kulturellen Wiederaufbau. In Gemälden und Radierungen stellte er unter anderem seine Erfahrungen in der Internierung dar. Nach seinem Tod erwarb das Kunstmuseum Düsseldorf das Gemälde Selbstbildnis im Karneval.

Literatur Bearbeiten

  • Ulrich Krempel (Hrsg.): Am Anfang: Das Junge Rheinland Städtische Kunsthalle Düsseldorf 1985, ISBN 3-546-47771-5.

Weblinks Bearbeiten