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Datei:Herz Jesu.jpg

Herz Jesu ist eine Katholische Kirche in der Fichtenstraße 6 im Ortsteil Resse.

Vorgeschichte Bearbeiten

Anno 1604 wird in der Pfarre zum heiligen Urbanus in Buer eine Vicarie Sancti Petri et Sanctae Luciae gestiftet. Im 18. Jahrhundert bereits wird mit deren Einkünf­ten die Schule in Resse unterhalten. Ein Priester der Mutterkirche amtiert in Resse seit 1840 als Schulvikar. Er übernimmt auch Aufgaben der allgemeinen Seelsorge. 1841 er­hält der Vikar eine Wohnung im Schulgebäude. Am 20. August 1880 wird durch Vikar Baumann eine Kapelle in Resse konse­kriert. Landdechant Engbert zu Bottrop hat ihn eigens dazu delegiert. Dieser erhält das Patrozinium der alten, damals noch Buerschen Vicarie „Sancti Petri et Sanctae Luciae“. Aber die herkömmlichen Strukturen sind beharrend: Zwar darf Bau­mann jetzt auch an Sonn- und Feiertagen zelebrieren, auch darf das Sanctissi­mum dort aufbewahrt werden, doch muß die Messe so zeitig stattfinden, daß die Resser Gelegenheit hät­ten, den Gottesdienst in der Buerschen Pfarrkirche zu besuchen. Wie schon vorher in Erle und im „Hugoviertel“, so auch in Resse: Im Jahre 1895 wird die Zeche Ewald abgeteuft. Zählte man 1890 in Resse erst 710 Katholiken, so waren es 1899 bereits 2102. Vikar Schmitz aus Gescher wird am 17. Mai 1900 Rektor an der Kapelle.

Geschichte Bearbeiten

Am 1. Oktober 1901 beginnen die Bauarbeiten an der neuen Kir­che; 179 000 Goldmark sollte sie kosten. Bauer Goes schenkte den Bauplatz und die Ge­meinde trug den Hauptteil der Baukosten allein. Auch die Zeche Ewald überließ der Gemeinde eineinhalb Millionen Ziegelsteinen zum Selbstkostenpreis.

Bischof Hermann Dingelstad von Münster weiht die Kirche am 24. Oktober 1903 auf den Titel des heiligen Apostels Petrus und der heiligen Jungfrau und Märtyrerin Lucia. Am 15. November 1903 wird die Rektoratsgemeinde zur kanonischen, das heißt selbständigen Pfarre erhoben. Damit war denn auch der Augenblick gekommen, die gewonnene Selbständigkeit durch ein neues Patrozinium zu dokumentieren, denn von nun an ist die Kirche dem Heiligsten Herzen Jesu („Cor Jesu“) geweiht. Die Pläne des neugoti­schen Kirchbaues stammen von Bernhard Hertel aus Münster.

Doch sollte der neuen Kirche keine allzulange Zukunft beschieden sein. Der Platz liegt in mancherlei Hinsicht ungünstig. Hoch und kaum durch Umbauung geschützt, bietet der schlanke Bau mit seinem besonders hohen Turm den hier häufig stürmischen Westwinden seine Breitseite; der Kohleabbau erschüttert, Fundamente und aufgehendes Mauerwerk. Ein Unwetter dreht durch eine Windhose am 14. November 1940 den 42 Meter hohen Turmhelm geradezu her­unter. Den Rest besorgen Kriegsschäden, so ein Luftmineneinschlag am 5. Oktober 1944. 1953 wird die Kirche wegen der immer deutlicher hervortretenden Bergschäden endgültig geschlossen und abgerissen.

Um der Bergschädengefahr auf Dauer zu begegnen wird die jetzige Herz-Jesu-Kirche an der Ahornstraße und Fichtenstraße erbaut. Der Grundstein wird am 26. Juni 1954 gelegt. Die Baupläne erstellt der Architekt Walter Kremer aus Duisburg; den Bau selbst errichtet die Firma Schlüter. Am 10. Juli 1955 konsekriert Weihbischof Heinrich Baaken aus Münster die neue Kirche.

Mit dem früheren St. Hedwig-Hospital und Seniorenzentrum St. Hedwig, zwei Kindergärten, einem Pfarrzentrum als Begegnungsstätte nicht nur für die Pfarrgemeinde sondern auch für die Resser Bürgerinnen und Bürger, mit einem eigenen Friedhof prägt die Gemeinde den Ortsteil Resse. Im Zuge der Umstrukturierung des Bistums Essen ist die Gemeinde ein Teil der Propsteikirche St. Urbanus.

Ausstattung Bearbeiten

Der ansprechende Backsteinbau mit seinem niedrigen, dadurch aber um so Kräftiger wirkenden Turm, zeigt zwar die überlieferte West-Ost-Ausrichtung, doch hat der Altarraum seinen Platz im Westteil, im Untergeschoß des Turmes. Das Langhaus ist dreischiffig mit 5 Jochen und relativ schmalen Seitenschiffen. In den Jochen sitzen die Fenster während im Triumphbogen, in dem das Triumphkreuz hängt,den Chorraum vom Hauptschiff trennt. Die Sakristei liegt an der Südwestecke und die Kapelle an der Südostecke des Langhausses. In dem Sepulcrum des Hochaltars sind Reliquien der heiligen Märtyrer Maxima und Jucunda beigesetzt.


Weblinks Bearbeiten

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Quelle Bearbeiten

  • Kirchen gaben der Stadt den Namen - Katholisches Stadtsekretariat Gelsenkirchen - 1986