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Die Gahlensche Straße ist die Bezeichnung eines Teilstückes einer historischen Verkehrsverbindung im Ruhrgebiet: Gahlener Kohlenweg oder auch Gahlenscher Kohlenweg. Der Name der Straße ergibt sich aus ihrem Verlauf von Bochum nach Gahlen, einem ehemaligen Hafen an der Lippe.

Mit der Anlage des „Gahlener Kohlenweges“ um 1768, eine der ersten befestigten Straßen im mittleren Ruhrgebiet, sollte dem drin­genden Transportproblem des damals noch in den Anfängen stehenden Ruhrbergbaus abgeholfen werden. Der Blankensteiner Schullehrer Müser hatte die Idee, an der Ruhr geförderte Steinkohle aus der Grafschaft Mark und der Herrlichkeit Stiepel bei Bochum auf dem Landwege mit großen Pferdekarren nach Gahlen zur Lippe zu bringen, sie dort zu lagern und dann mit Lastschiffen über Lippe und Rhein ins Klevische und Holländische zu befördern. Dieser Plan wur­de durch die preußische Regierung unterstützt, die darin eine Möglichkeit sah, ihre Festung Wesel und den ganzen preußischen Niederrhein mit gutem und billigem Brennmaterial zu versorgen. Die Geschichte des Gahlener Kohlenweges, der zeitweise auch „Märkischer Kohlendamm“ genannt wur­de, klingt wie ein großer Abenteuerroman. Der Weg ging von Bochum aus, führte an Crange vorbei über die Grimberger Emscherbrücke („Grimberger Schemm“) und über die heute noch erhaltene Fleuhtebrücke vor dem ehe­maligen Freibad Grimberg, schlängelte sich auf Knüppeldämmen durch den sumpfigen Emscherbruch der Resser Mark und Berger Mark, überquerte das weite Ödgebiet der "Dähler Heide" in Erle, lief dann mitten durch Buer, an Dorsten vorbei bis nach Gahlen an der Lippe. Dort endete er beim sogenannten Kohlenhaus. Um 1810 entdeckten die Franzosen die Nützlichkeit der alten Verbindungsstraße und befestigten sie für ihre Zwecke in Teilen neu. Auf seiner Rußlandflucht soll Napoleon auf ihr kutschiert sein, bevor er auf Schloss Berge nächtigte.

Auf heutigem Gelsenkirchener Stadtgebiet befinden sich als Bodendenkmal die Fleuthe-Brücke, die den gleichnamigen, heute ausgetrockneten Nebenfluss der Emscher überquert. Das vollständig erhaltene Bauwerk wurde vor einigen Jahren freigelegt und kann besichtigt werden.

Die Streckenführungen der Bundesstraßen 226 und 224 sind zwischen Bochum und Dorsten mit der der Gahlenschen Straße identisch.

Der Gahlener Kohlenweg und die Fleuthe-Brücke sind Teile der Route der Industriekultur. Zum Kulturhauptstadtjahr wollen hiesige Künstler die historische Straße mit ihren Werken erfahrbar machen und mit Mitteln der Kunst ins Rampenlicht setzen. Zu dem Spektrum an Kunst, die man entlang des ehemaligen Gahlenschen Kohlenweges finden wird, zählen laut Kunstverein Gelsenkirchen, dem Initiator dieser 2010-Aktion, Skulpturen und Objektgestaltungen aus Holz und Erde, Flächenarbeiten aus Holz und Gras, Installationen aus Holz und Rasen sowie Naturmalereien.

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