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Emil Friedrich Zimmermann (* 13. April 1884 in Dieburg; † 8. Februar 1951 in Gelsenkirchen) war ein deutscher Jurist und Politiker.

Leben und Beruf Bearbeiten

Zimmermann wurde als Sohn eines Beamten geboren. Nach dem Abitur nahm er ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten in Gießen und Berlin auf, das er 1905 mit dem ersten und 1909 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. Er arbeitete zunächst als Regierungsassessor in Darmstadt, absolvierte ein Volontariat und war dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei den Stadtverwaltungen in Frankfurt am Main, Hanau und Essen tätig. 1912 wurde er Magistratsassessor in Rendsburg.

Abgeordneter Bearbeiten

Während der Zeit der Weimarer Republik war Zimmermann Mitglied des Westfälischen Provinziallandtages.

Öffentliche Ämter Bearbeiten

Zimmermann war seit 1915 Zweiter Bürgermeister der Stadt Rendsburg. Im März 1918 wählte man ihn zum Beigeordneten der Stadt Buer in Westfalen. Hier stieg er im August 1919 zum 1. Bürgermeister von Buer auf. Als Buer zur Großstadt erhoben wurde, wurde Zimmermann am 12. April 1921 zum Oberbürgermeister der Stadt Buer ernannt. Nach der Zusammenlegung der Städte Gelsenkirchen und Buer und des Amtes Horst wurde er am 27. Juni 1928 mit den Stimmen aller Stadtverordneten mit Ausnahme den kommunistischen zum Oberbürgermeister der neuen Großstadt gewählt. Zimmermann, der in der Zeit des Kaiserreiches keiner Partei angehört hatte, bekannte sich in der Weimarer Republik zur liberalen Deutschen Demokratischen Partei und kandidierte für diese 1924 vergeblich für den preußischen Landtag. Im gleichen Jahr bemühte er sich auch um ein Mandat für den Reichstag. Dem Westfälischen Provinziallandtag gehörte er für die liberale Partei 1919-1920 und 1926-1932 an. Trotz dieses politischen Engagements verstand sich Zimmermann als unpolitischer Fachbeamter, der sich auf kommunale Angelegenheiten konzentrierte. In seiner Zeit als Oberbürgermeister geriet er in Konflikt mit den Nationalsozialisten, besonders mit dem späteren Gauleiter Alfred Meyer, da dieser den Rat nur für seine nationalsozialistische Propaganda und zur Polemik gegen die angeblich korrupte Verwaltung nutzte. Am 13. März 1933, dem Tag nach der Stadtverordnetenwahl, teilte Zimmermann mit, dass er beim Regierungspräsidenten seine Beurlaubung beantragt habe. Am 4. September 1933 wurde er per Ministerialerlass nach dem »Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums« vom 7. April 1933 in den Ruhestand versetzt. Verschiedene Dienststrafverfahren bzgl. seines Verhaltens in der Weimarer Zeit - besonders gegenüber den Nationalsozialisten und dem Gauleiter Meyer - gingen allerdings zu seinen Gunsten aus. Zimmermann arbeitete zwischen 1933 und 1945 als freiberuflicher »Verwaltungsrechtsrat« und erhielt auch öffentliche Aufträge. Darüber hinaus war er Vorstandsmitglied des Deutschen und Westfälischen Städtetages. Am 24. Mai 1945 übernahm Zimmermann nach Genehmigung der britischen Besatzungsmacht wieder seine Funktion als Oberbürgermeister. Als zum 1. April 1946 mit Verordnung 21 der britischen Militärregierung die revidierte deutsche Gemeindeordnung eingeführt wurde und die Stadt eine Doppelspitze aus dem Oberbürgermeister als Vertreter des Rates und dem Oberstadtdirektor als Verwaltungschef erhielt, wurde Zimmermann Oberstadtdirektor und der Sozialdemokrat Robert Geritzmann Oberbürgermeister. Zum 31. März 1950 trat Emil Zimmermann in den Ruhestand.

Nach ihn ist die Emil-Zimmermann-Allee benannt.

QuelleBearbeiten

Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalismus" Katalog zur Dauerausstellung ISG, bearbeitet von Stefan Goch