FANDOM


Flora

"Handel, Wirtschaft und Verkehr" 1958

Eduard Bischoff (*1890 in Königsberg, †1974 in Soest) war ein deutscher Künstler und Mitglied der Künstlersiedlung Halfmannshof. Sein bekanntestes Werk in Gelsenkirchen ist das Mosaik „Handel, Wirtschaft und Verkehr“[1] aus dem Jahre 1952 im Foyer der ehemaligen Landeszentralbank an der Florastraße, heute Kulturraum „die flora“.

Leben Bearbeiten

Bischoff studierte Kunst in Frankfurt am Main und Königsberg und freundete sich während dieser Zeit mit Lovis Corinth an. Er unternahm ausgedehnte Studienreisen durch Europa bis er 1936 als Professor an die Staatliche Kunst-Akademie Königsberg gerufen wurde. Es folgten Kriegseinsatz und Flucht in den Westen. Hier lebte er drei Jahre in der Lüneburger Heide bevor er nach Gelsenkirchen kam.

Von 1948 bis 1962 lebte und arbeitete Bischoff auf dem Halfmannshof und war Mitglied des Bundes Gelsenkirchener Künstler. Seine erste Ausstellung in Gelsenkirchen fand 1949 im Hans-Sachs-Haus statt. Von Gelsenkirchen aus unternahm Bischoff Studienreisen nach Afrika und in mehrere europäische Länder.

Von 1962 bis zu einem Tode im Jahre 1974 lebte Bischoff in Soest, wo er neben vielen Arbeiten mit Lokalbezug auch den sogenannten „Ostpreußen-Zyklus“ schuf.

Zu seinem hundertsten Geburtstag im Jahre 1990 stellte das Landesmuseum Lüneburg eine umfassende Retrospektive zusammen, die auch in Regensburg, Stuttgart, Düsseldorf und Soest gezeigt wurde.

Werk Bearbeiten

Bischoff schuf u.a. Glasfenster und Mosaike in Kirchen und öffentlichen Gebäuden, aber auch viele Farb- und Linolschnitte. Mit letzteren war er mehrfach in den vom Kunstverein Gelsenkirchen herausgegebenen Kunstkalendern vertreten. Frucht seiner Studienreisen waren Serien wie „Afrikanische Impressionen“ und „Europas Landschaften in Aquarellen von Eduard Bischoff“.

Der „Ostpreußen-Maler“ Bearbeiten

Ein wichtiges Thema im Werk Bischoffs war die Schilderung von Land und Leuten seiner Heimat Ostpreußen. Hierzu entstanden bereits während seiner Zeit in Königsberg viele Arbeiten, doch auch später, als Bischoff bereits in Gelsenkirchen lebte. 1958 etwa malte er das große Triptychon „Ostpreußen“. Nach seiner Übersiedlung nach Soest schuf er neben Arbeiten mit Soester Motiven auch eine Serie von Holzschnitten, den „Ostpreußen-Zyklus“. Diese Arbeiten mit Heimat-Bezug sind es, für die Bischoff heute außerhalb von Gelsenkirchen vor allem bekannt ist.

Bischoff in Gelsenkirchen Bearbeiten

Die wichtigste Arbeit von Eduard Bischoff in Gelsenkirchen ist das große Mosaik „Handel, Wirtschaft und Verkehr“, das er im Jahre 1958 im Auftrag der Landeszentralbank für das Foyer deren damaligen Sitzes an der Florastraße 26 schuf. Die genaue Bedeutung der einzelnen Bildteile ist in Vergessenheit geraten. Das Mosaik stellt fünf auf einer Treppe übereinander stehende Figuren dar. Auf der obersten Stufe steht eine Frau mit einem langen weißen Gewand mit Kapuze, die ein schweres Buch mit goldenem Schnitt im Arm hält und sich die linke Hand vor den Mund hält. Rechts neben ihr eine Frau in einem schweren dunklen Mantel mit Goldborte, deren Augen mit einem weißen Tuch verbunden sind. Sie hebt die Hände in die Höhe. Auf mittlerer Höhe der Treppe läuft ein nackter Läufer mit den Atributen des griechischen Gottes Hermes (Heroldsstab, Flügel an den Fesseln) von links nach rechts. Dabei blickt er die Frauen auf der obersten Stufe an. Vor der untersten Stufe, im Bildvordergrund, steht links ein Mann mit langen Haaren und langem Gewand, der ein breites Schiffsmodell ohne Masten auf den Armen trägt. Rechts von ihm geht eine im Profil dargestellte Frau mit langen, goldenen Haaren auf ihn zu.

In der Eingangshalle des Anbaus am Rathaus Buer befinden sich von Bischoff um 1952 gestaltete Glasfenster mit der personifizierten Darstellung der Tätigkeiten der acht Hauptämter der Stadtverwaltung.

Plastik oststraße bischof

Plastik Sportanlage Oststraße 1958

Eine weitere Arbeit von Bischoff ist eine leichte, flache Wandfigur[2] aus dem Jahre 1958 an der Turnhalle der Sportanlage Oststraße an der Oststraße. Sie besteht aus dünnen Metallbändern und stellt zwei miteinander wetteifernde Läufer dar. Der rechte hält eine brennende Fackel in der Hand.

Auszeichnungen Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • „Eduard Bischoff - Maler aus Königsberg“, Jörn Barfod, Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, 1990, ISBN 3880424608

Quellen Bearbeiten

  1. Mosaik: „Handel, Wirtschaft und Verkehr“
  2. Wandfigur Turnhalle Erle

Links Bearbeiten

GG-Icon Thematisch passender Thread im Forum
{{#set:Forumlink=http://www.gelsenkirchener-geschichten.de/viewtopic.php?t=4755}}