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Datei:Trinenkamp Christuskirche.jpg

Die Christus-Kirche ist eine evangelische Kirche im Ortsteil Bismarck, Trinenkamp 46.

Als die Evangelische Kirchengemeinde Braubauerschaft Ende des 19. Jahrhunderts auf 11.000 Seelen angewachsen war, war es unausweichlich, dass eine neue Kirche erbaut werden musste. Der Presbyteriumsbeschluss zum Neubau lag bereits am 13. März 1899 vor, nach einigen Problemen bei der Auswahl eines Baugrundstücks, als deren Ergebnis die Gemeinde ein Gelände an der damaligen Waterloostraße (Trinenkamp) von ihrem Kirchmeister Wilhelm Klein–Albenhausen erworben hatte, erfolgte am 2. Oktober 1899 endlich der erste Spatenstich zum Bau der Christus-Kirche. Am 6. Mai 1900 wurde dann die feierliche Grundsteinlegung begangen.

Das ortsansässige Bauunternehmen Friedrich Friese und Söhne führte das Gebäude nach einem Entwurf des Bielefelder Architekten Alex Trappen aus. Gebaut wurde im Stil der Neugotik.

Bereits im Herbst 1900 konnte mit der Innenausstattung begonnen werden und am 31. Oktober 1901 fand die feierliche Einweihung statt.

Im 2. Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt. Schon im Juni 1940 gingen die Fenster des Altarraums zu Bruch, verheerend war jedoch der Bombenangriff vom November 1944: Drei Bomben trafen die Christuskirche, zerstörten den Altarraum und ließen das Dach des Kirchenschiffs bis auf wenige Sparren einstürzen. Mit Hilfe eines Kirchbauvereins und mit viel tatkräftiger ehrenamtlicher Unterstützung wurde die Kirche von 1947 bis 1950 wiederaufgebaut, wobei das Innere vereinfacht wiederhergestellt wurde.

Einst war dieser in einer Apsis (d. h. einem halbrunden Anbau) gelegene Bereich mit einem prächtigen neugotischen Altar ausgestattet, auf dessen Retabel (= Altaraufsatz) ein Gemälde den sinkenden Petrus zeigte und der beim Einsturz des Altarraums völlig zerstört wurde; ferner mit einer Kanzel mit Baldachin. Die fünf Fenster des Altarraums zeigten Christus als guten Hirten und die vier Evangelisten, bis unterhalb der Fenster waren die Wände mit Ornamenten bemalt. Heute stehen hier ein Altar ohne Aufsatz, ein Taufbecken und eine Kanzel, die alle „aus einem Guss“ und ohne jegliche Verzierung aus hellem Holz gefertigt wurden, während die weißen Wände dem Raum Helligkeit verleihen und die Wirkung der Kirchenfenster zur vollen Entfaltung bringen. Diese wurden 1950/51 von dem Gelsenkirchener Maler Walter Klocke entworfen und von der Werkstatt für Glasmalerei Otto Peters aus Paderborn ausgeführt. In der Mitte thront in einem Rundfenster über der Spitze eines riesigen Holzkreuzes, das an der Rückwand des Altarraums angebracht ist (nur von außen erkennt man heute noch, dass das Rundfenster sich ebenso wie die nebenstehenden Fenster ursprünglich unterhalb in einem Langfenster fortsetzte) der in Purpur gewandete Christus, auf dem Schoß die heilige Schrift, die Rechte zu einer segnenden Geste erhoben, flankiert von den griechischen Buchstaben, Alpha und Omega („A und O“), die für Anfang und Ende stehen.

Rechts davon ein Langfenster in dessen oberem Teil ein Rundfenster Moses mit den Gesetzestafeln und im Hintergrund die eherne Schlange zeigt. Zur Linken ein gleichartig gestaltetes Fenster aus dessen Rundung Johannes der Täufer als Vorläufer Christi mit einer Hand zu diesem hinzeigt, während er in der anderen eine Flagge mit dem Lamm Gottes hält. Die beiden anderen Fenster an den äußeren Kanten des Altarraums, die ohnehin nicht von jeder Stelle im Kirchenschiff aus zu sehen sind, sind (ebenso wie die anderen Fenster der Kirche auch) nicht mit figürlichen Darstellungen, sondern mit einfachen Ornamenten versehen. Alles in diesem lichtdurchfluteten Altarraum strebt nach oben: die schmalen weißen Wände, die hohen langen Fenster und das große hölzerne Kreuz, eine Wirkung, die trotz aller modernen Nüchternheit der von gotischen Kirchen nicht unähnlich ist. Neben dem Altarraum fallen beim Hereinkommen die vier großformatigen Leinwandgemälde an der rechten Wand des Kirchenraumes auf. Sie zeigen – vom Eingang zum Altarraum hin betrachtet die Kreuztragung, die Kreuzigung und die Grablegung Christi sowie die Begegnung des Auferstandenen mit zwei verzweifelten Jüngern, die ihn zuerst nicht wieder erkennen beim Gang nach Emmaus. Die Bilder wurden als Gefallenenehrung konzipiert (unterhalb sind an einer Holzvertäfelung 28 Marmortafeln angebracht, auf denen die Namen der insgesamt 269 Gefallenen aus der Gemeinde im Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) verzeichnet sind) und 1924 von dem Kirchenmaler Rudolf Schäfer aus Rotenburg an der Wümme geschaffen. Nach einer Vereinbarung mit dem Presbyterium erhielt Schäfer statt eines Werklohns während der Zeit, in der er an den Bildern arbeitete, das Gehalt eines Pfarrers der Ev. Kirche von Westfalen.

Den Krieg überstanden die Bilder, weil sie im März 1944 im Tresor der Commerzbank eingelagert wurden. In den 50ern wurden sie wieder an ihren Ursprungsort verbracht. Nach langen Diskussionen, bei denen auch eine Verdeckung oder gar völlige Beseitigung der Gemälde aufgrund ihres theologisch bedenklichen Inhalts (die Passion Christi wird zu dem Machtkampf des deutschen Volkes in Beziehung gesetzt) ernsthaft erwogen wurde, entschloss sich das Presbyterium 2006 zu ihrer Erhaltung und einer Restaurierung, die vom Förderverein der Kirche und vom Westfälischen Amt für Denkmalpflege bezuschusst wurde und die die erheblichen Schäden, die durch die unsachgemäße Lagerung im Banksafe und durch die anschließende jahrzehntelange Vernachlässigung entstanden waren weitgehend und so gut wie möglich beseitigte. Gegenüber, auf der linken Seite, befindet sich das Seitenschiff mit Empore. Im unteren Teil ist seit dem 100jährigen Jubiläum der Kirche im Jahr 2001 ein Kirchcafé eingerichtet.

Die Kirche steht auf der Denkmalliste der Stadt Gelsenkirchen.

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