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Carl Engelbert Böhmer (* 1. Dezember 1884 in Essen-Schonnebeck, † 12. November 1960) war der Statthalter der Nationalsozialisten auf dem Posten des Oberbürgermeisters von Gelsenkirchen während des Dritten Reiches.

Leben Bearbeiten

Der Sohn eines Brauereidirektors trat bereits früh, 1928, der NSDAP bei und wurde Geschäftsführer des NSDAP-Bezirks Emscher-Lippe. Auf Vorschlag des NSDAP-Gauleiters Alfred Meyer, mit dem er zusammen auf Zeche Graf Bismarck gearbeitet hatte, wurde Böhmer 1933 zum Oberbürgermeister von Gelsenkirchen ernannt. Als solcher war er an der Zerstörung der Gelsenkirchener Synagoge beteiligt. Böhmer hielt den Posten des Oberbürgermeisters bis zum Ende des Krieges.

1949 wurde Böhmer durch den Entnazifizierungsausschuss in die Kategorie III („Geringe Übeltäter") eingeordnet. Um einen Pensionsanspruch erhalten zu können ging Böhmer in Berufung und erreichte nach Durchlaufen mehrerer Instanzen 1950 seine Herabstufung in die Kategorie IV („Anhänger"). Die Stadt Gelsenkirchen nutzte jedoch alle Rechtsmittel, um keine Zahlungen an Böhmer leisten zu müssen. Selbst nach einer Entscheidung des Landgerichts Essen zugunsten Böhmers im Jahre 1952 weigerte sich die Stadt weiterhin, die Zahlungen zu leisten. Böhmer musste sich das Geld bis zu seinem Tod im Jahre 1960 Monat für Monat per Pfändung aus der Stadtkasse holen.

Sonstiges Bearbeiten

Da Böhmer nicht demokratisch gewählt, sondern von der NSDAP eingesetzt wurde, gilt er nicht als offizieller Bürgermeister der Stadt Gelsenkirchen, sondern nur als Statthalter.

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